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Turbulente Zeiten und Besuch in Johannesburg

Da Lotta nun etwas früh dran war, kamen Oma Angelika und Opa Hermann ein paar Tage zu spät. Der Vorteil war natürlich, dass wir nicht mehr im Krankenhaus waren und somit die gesamte Zeit miteinander “daheim” verbringen konnten.
Allerdings will man auch nicht den ganzen Tag in der Bude hocken. Also haben wir einiges unternommen. Neben den ganzen Aktivitäten von denen wir bereits berichtet hatten (Zoo, Stadtrundfahrt, Bryanston Markt, Soweto, Lion and Rhino Park etc.) waren wir z.B. im Montecasino Bird Garden in Fourways. Ein sehr schöner “kleiner” Vogelpark, der sehr schön angelegt, ordentlich und sauber ist. Man kann Vögel füttern oder sich mit Papageien “unterhalten”. Gerade für kleine Kinder super, da er nicht zu groß ist. Auch den botanischen Garten haben wir mehrfach besucht, eine sehr große Parkanlage, die am Emmarentia-Damm liegt. Mit einem botanischen Garten in Deutschland kann man ihn nicht unbedingt vergleichen, aber zum Spazieren und Picknicken ist es ein sehr schöner Ort. Am See kann man auch schön sitzen und diverse Enten und Gänse füttern.
Opa und Leo auf Minisafari

Opa und Leo auf Minisafari

Leo mit einem nicht so hübschen Exemplar

Leo mit einem nicht so hübschen Exemplar

Leo mit etwas langsamen Exemplaren

Leo mit etwas langsamen Exemplaren

Zudem waren Oma Angelika und Hermann im Rahmen der Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus im Apartheid Museum und auf dem Carlton Center. Vom Carlton Center im CBD hat man eine super Aussicht über die Stadt. Wie in vielen Großstädten ist es auch hier toll die Stadt in ihrer Weite von oben zu sehen. Für das Apartheidsmuseum muss man sich etwa 2 Stunden Zeit nehmen. Dafür wird man sehr umfangreich und interessant gestaltet über diese Zeit informiert.
Jozi vom Carlton Center

Jozi vom Carlton Center

Zum Ende des Aufenthalts wurde dann zunächst Leo krank und einige Tage später dann auch Lotta. Leider musste Vera mit Lotta am Karfreitag in die Notaufnahme ins Morningside-Krankenhaus. Unsere eigentliche Kinderärztin aus dem Krankenhaus, wo Lotta geboren wurde, war leider im Urlaub. Nach einigen Stunden in der Notaufnahme und einer Fehldiagnose, kam zum Glück schließlich eine Sanitäterin, die Lotta’s Lungenentzündung erkannte und sie im Krankenwagen in “unser” Krankenhaus fuhr. Dort angekommen kümmerte sich der Vertretungsarzt unserer Kinderärztin um Lotta. Die genaue Diagnose war RSV. Leider mussten wir daher eine Woche bleiben. Aber schon nach wenigen Tagen kam eine andere Mütter aus Leo’s Playschool mit ihrem kranken Baby. Da war dann auch klar, woher wir den Virus hatten. Lotta hat sich aber recht schnell erholt. Dennoch entschied sich Oma Angelika dazu, sich gleich noch einmal in den Flieger zu setzen und uns daheim zu helfen. So konnte Oma Johannesburg noch etwas mehr entdecken und sich zudem mit einem Vorrat an typisch südafrikanischen ShweShwe Stoffen eindecken.
Oma mit Leo im Johannesburger Zoo

Oma mit Leo im Johannesburger Zoo

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Lottas Ankunft in Johannesburg

Wie die meisten von Euch bereits wissen ist unsere kleine Lotta Maria am 2. März 2015 um 3:10 Uhr morgens geboren worden. Mit 48cm Länge und 2.570g Gewicht ein eher zierliches Mädchen. Gestern haben wir sie wiegen lassen und da brachte sie bei 51cm bereits 3.130g auf die Waage.

Am Sonntag morgen (01. März 2015) waren wir noch mit Leo im Central Business District unterwegs und haben The Sheds @ 1Fox besucht, ein Markt von dem wir hier auch schon mal berichtet haben. Neben verschiedenen Essensständen kann man hier auch ein paar Dinge kaufen. Zudem hat JoburgPlaces hier einen Stand, an dem man sich über die Walking Tours informieren und Bücher über Johannesburg kaufen kann. Wir haben vor allem lecker gegessen.





Am Nachmittag und Abend haben wir noch ganz in Ruhe mit Freunden und Familie telefoniert. Anzeichen gab es hier noch immer keine. Erst ab halb elf abends machte sich Lotta langsam bemerkbar. Aber da dachten wir noch, dass wir die Nacht daheim verbringen können. Einen Notfallplan gab es nicht, da wir davon ausgegangen sind, dass sich Lotta Zeit lässt bis Oma und Opa da sind. Als es sich dann allerdings zeigte, dass Lotta nicht bis zum nächsten Tag warten würde, haben wir die Taschen gepackt, Leo angezogen und sind gegen ein Uhr morgens ins Krankenhaus gefahren. Dort angekommen, durfte Christian Leo zum Glück in unserem Zimmer auf Station zum Schlafen legen, während ich mich schon mal auf den Weg in den Kreißsaal begeben habe. Ich konnte nicht mal mehr persönlich zur Anmeldung. Dann ging alles recht schnell und Lotta war etwas später schon da.



Im Gegensatz zu Deutschland gibt es hier im Krankenhaus nur Belegärzte. Das heißt, dass mein Arzt mit wehenden Fahnen angefahren kommen musste. Er hat es nicht mal mehr geschafft sich sein „Kreißsaal-Outfit“ anzuziehen. Im Krankenhaus haben die Hebammen Schichtdienst wie in Deutschland. Man kann sich auch eine Beleghebamme suchen, aber das habe ich nicht gemacht. Die Hebamme, die Dienst hatte, war leider komplett nutzlos und ich hatte das Gefühl, dass ich ihr sagen musste, was wann zu tun ist. Dazu muss man sagen, dass ich zu den ca. 20% weißer Frauen gehöre die überhaupt natürlich gebähren und nicht zum terminierten Kaiserschnitt ins Krankenhaus gehen. Vielleicht war sie überfordert. 

Wir sind dann noch eine Nacht im Krankenhaus geblieben und am Dienstag nach Hause. Das Krankenhaus muss man sagen, ist sehr gut ausgestattet und die Wochenstation sowieso. Wir hatten auch hier ein Familienzimmer inkl. Vollpension für Christian, Leo und mich.

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SOWETO – eine moderne Stadt hautnah

Über die Einwohnerzahl Johannesburgs lässt sich anscheinen streiten. Zwischen 4 Mio. und 11 Mio. Einwohner leben hier, heißt es. Wahrscheinlich sind es eher um die 4 Mio. Davon leben allein 2 Mio. in SOWETO auf einem 16-tel der Fläche vom Großraum Johannesburg. Aber das heißt nicht, dass die Menschen hier gedrungen leben. Es gibt recht viel Platz und einiges an Grünflächen. Man sieht alles von Fastfood-Ketten, dem lokalen Bauhaus, netten Restaurants und Cafés bis hin zu Villen, aber natürlich auch Wellblechhütten. Sogar 2 Golfplätze gibt es hier.

Viele der Einwohner SOWETOs  bleiben Ihrer Heimat treu. Die „Black Diamonds“, so werden die Schwarzen genannt, die es in die Mittelschicht geschafft haben, bauen sich dort größere Häuser und Villen und bleiben so nah an Ihren Freunden und Familien. Nicht selten sieht man hier auch teure Autos herum fahren. Dennoch sind etwa 40% der Erwachsenen arbeitslos, wobei jeder trotzdem eine Funktion in der Gemeinschaft übernimmt. Die Kinder gehen fast ausnahmslos in die Schule. Auch eine Universität gibt es hier, an der immerhin 15.000 Studenten studieren. Zudem befindet sich hier das größte Krankenhaus der südlichen Hemisphäre mit z.B. 20.000 Geburten im Jahr. Die Ärzte sind sehr gut und die Ausstattung wohl besser als man vermutet, allerdings mangelt es an der Kapazität. Man bräuchte hier eher 3 dieser Krankenhäuser.

Entstanden ist SOWETO zur Zeit des Goldabbaus. Nachdem 1886 eine der größten Goldadern der Welt hier entdeckt wurde, lebten die Mienenarbeiter zunächst in zentraleren Bereichen der Stadt Johannesburg. Als allerdings 1904 die Pest ausbrach, haben die Weißen sehr schnell dafür gesorgt, dass die Schwarzen aus Ihrer Nähe entfernt wurden. Und so entstanden die Townships.

Um SOWETO kennenzulernen haben wir bei Karsten, einem ausgewanderten Deutschen, eine Privattour gebucht. Dies ist vor allem empfehlenswert, wenn man wie wir kleine Kinder hat und generell, weil man einfach viel mehr sieht, spontane Stops machen kann, und die Tour viel individueller gestaltet werden kann. Etwas wollen wir natürlich von der Tour berichten. Da wir aber kein Buch schreiben wollen und ihr die Tour unbedingt selber machen solltet, wenn ihr kommt, folgen nun kurze Beschreibungen der einzelnen Stops unserer Tour.

Stop 1: Soccer City
Das FNB Stadion, eines der größten Stadien weltweit mit einer Kapazität von 94.700 Besuchern, ist einem traditionellem Tonkrug nachempfunden, in dem man das lokale selbst gebraute Bier „Umquombothi“ gereicht bekommt. Die Sonnensegel symbolisieren daher auch den Schaum des Bieres, was besonders bei abendlicher Beleuchtung sichtbar wird. Dieses Stadion dürfte noch von der WM 2010 bekannt sein, denn hier gewann Spanien das Endspiel. Während viele der Stadien Südafrikas nicht wirklich genutzt werden, brummt es in diesem Stadion 4-5 Mal im Monat. Zu sehen sind Rugby- und Fußballspiele, große Kirchenveranstaltungen und einiges mehr.
Der Ort des Stadions ist ebenfalls interessant. Im alten, wesentlich kleineren Stadion, hat Mandela hier kurz nach seiner Freilassung die schwarze Bevölkerung eben nicht wie von vielen erwartet zu den Waffen gerufen, sondern sich für den Frieden ausgesprochen.

Soccer City: Das 6. größte Stadium der Welt

Soccer City: Das 6. größte Stadium der Welt

Stop 2: Die Orlandotower
Einst wurde an dieser Stelle Strom für den reichen Norden produziert. Heute hat man es hier eher auf die „Adrenalin-Produktion“ abgesehen. Denn zwischen den beiden Kühltürmen ist ein Steg von dem aus man einen Bungee-Sprung in die Tiefe wagen kann. In einem der Türme wird es allerdings noch aufregender! Hier kann man einen 70m hohen komplett freien Fall in ein Netz Wagen. Angeblich der höchste weltweit. Wem danach nicht schlecht ist, der kann unterhalb der Türme in einer der coolsten Bars Johannesburgs, dem Chaf Pozi, essen, trinken und tanzen. Auch hier hat übrigens die FNB etwas Geld gesponsert und den Anstrich der Tower finanziert.

Leo erkundigt die Umgebung der Orlandotower

Leo erkundigt die Umgebung der Orlandotower

Stop 3: Die Vilakazi-Street
Diese Strasse ist wohl eine der berühmtesten Straßen Johannesburgs. Nicht zuletzt haben hier zwei Friedensnobelpreisträger gelebt. Während das Tutu-Haus noch von Desmond Tutus Familie bewohnt wird, der mittlerweile in Kapstadt lebt, ist das Mandela-Haus als Museum umgebaut und für Touristen offen. Hierher ist Mandela auch zunächst nach seiner Freilassung zurückgekehrt.
Auf der Straße herrscht normalerweise sehr reges Treiben. Es gibt viele Strassenstände, Künstler aber auch sehr gute Restaurants und Cafés. Im Sakhumzi bekommt man, so heißt es, das beste authentisch afrikanische Essen der Stadt.

Das Mandela House auf der Vilakazi Street

Das Mandela House auf der Vilakazi Street

Stop 4: Hector Pieterson Memorial
Am Hector Pieterson Memorial wird an den Aufstand der Schüler SOWETOs gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache vom 16. Juni 1976 erinnert, der für viele dieser Schüler tödlich endete. Über die Zahl der Toten wird spekuliert – zwischen 100 und 800 sollen es gewesen sein. Von einem Fotografen festgehalten wurde das Bild vom sterbenden 13-jährigem Hector Pieterson, dem wohl berühmtesten Opfer des Aufstands. Auf dem Bild zu sehen ist seine Schwester Antoinette „Tiny“ und der 18-jährige Mbuyisa Makhubo, der versuchte Hector zu retten. Nach diesem Foto wurde er nie wieder lebendig gesehen. Tiny hingegen arbeitet noch heute in der Gedenkstätte ihres Bruders und man kann somit einen lebenden Zeitzeugen treffen.

Leo vorm berühmten Foto von Hector Pieterson

Leo vorm berühmten Foto von Hector Pieterson

Stop 5: Besuch einer Familie
Zu guter letzt haben wir eine Community in SOWETO besucht. Eine kleine, sehr saubere Ansammlung von Wellblechhütten mit einem steinernen Wohnhaus in der Mitte. Es gibt eine Toilette mit fließend Wasser, die sich alle teilen. Strom gibt es auch. Hier leben einige Familien mit ihren Kindern. Wir besuchen diese, um Ihnen einige Süßigkeiten, Getränke, Spielsachen und Kleidung zu bringen. Die ca. 20 Kinder haben sich entsprechend sehr gefreut uns zu sehen und Leo gleich in Ihre Arme geschlossen. Zu Bewundern ist der Zusammenhalt und das Miteinander dieser kleinen Gemeinde. So gab es um die unterschiedlichen Spielsachen und Mitbringsel zumindest vor uns keinen Streit. Als Gegenleistung haben die Kinder für uns die Nationalhymne gesungen.

Leo und seine neuen kleinen Freunde in SOWETO

Leo und seine neuen kleinen Freunde in SOWETO

Man sollte SOWETO gesehen und erlebt haben. Für uns war es sicher nicht der letzte Ausflug hierher, dafür gibt es zu viel zu sehen und zu erleben. Und es ist vor allem sicherer als sein Ruf – es ist kein Ghetto, es ist eine moderne Stadt. Natürlich muss man auch hier aufpassen! Aber wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unwohl gefühlt und alle Menschen, die wir getroffen haben, waren sehr sehr freundlich.

Karsten bietet auch neben der Einführungstour, die wir gemacht haben, weitere Touren, wie z.B. eine Kneipen- oder Kirchentour an. Man kann aber auch mit ihm eine Runde Golf spielen gehen oder den Bungee Sprung wagen. Auch Spezialwünsche kann man äußern. Wenn ihr uns also besuchen kommt, seid ihr bei ihm in besten Händen, um SOWETO zu erkunden. Gerne stellen wir den Kontakt her oder organisieren Euch eine Tour.

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Getting familiar with Joburgs inner city

Nachdem wir nun rund ums und im Haus das meiste erledigt haben, wollen wir die Wochenenden vermehrt nutzen um unsere nun nicht mehr ganz so neue Heimat kennenzulernen. Was die zentralen Stadtbezirke angeht haben wir bisher noch so gut wie gar nichts gesehen. Also was eignet sich besser, als sich in einen der roten Doppeldeckerbusse zu setzen und die Stadt wie ein richtiger Tourist zu erleben, um einen ersten Überblick zu bekommen. Dies haben wir am vorletzten Wochenende getan. Mit Leo saßen wir oben in der ersten Reihe und hatten eine prima Aussicht. Der Bus fährt aber nicht nur durch die Innenstadt sondern auch nach Gold Reef City (Freizeitpark), dem Apartheid Museum und einigen anderen Stationen. Die Fahrt ohne Aussteigen dauert 2 Stunden. Aber es lohnt sich einige der Stationen direkt zu besuchen und einen Tagesausflug daraus zu machen.

http://www.citysightseeing.co.za/joburg.php

Leo fand die Tour so spektakulär, dass er nach der Hälfte eingeschlafen ist

Leo fand die Tour so spektakulär, dass er nach der Hälfte eingeschlafen ist

Am letzten Wochenende haben wir uns dann auf eigene Faust in den CBD (Central Business District) vorgewagt, um den „Market on Main“ in Maboneng zu besuchen. Märkte wie dieser haben sich in den letzten Jahren entwickelt. Das Konzept ist häufig ähnlich. In einer coolen Location (alte Fabrikhallen etc.) werden verschiedene Stände aufgebaut, von Essen über Schmuck, Kunst und anderen Dingen. Im Arts in Main gibt es sogar eine Mikrobrauerei (Jozis First Inner City Microbrewery), wo Christian gleich ein Bier mit Ingwer und Rooibos probiert hat. Lecker! Und Leo wollte auch gleich seine Finger rein stecken und probieren.

Häufig gibt es auch Live-Musik. Man sitzt eher spartanisch als auf gemütlichen Lounge-Möbeln und isst von Papptellern. Aber die Atmosphäre ist immer gut und häufig ist auch eine Menge los. Vor allem, weil auch für die Sicherheit immer gesorgt ist und wenn man nicht allzu spät kommt, kann man auch in der Nähe parken. Auch hier sorgen Parkwächter für Ordnung und Sicherheit – gegen ein Trinkgeld natürlich.
Durch diese Märkte schaffen sich diejenigen Stadtbezirke wieder Publikumsverkehr, die sonst eher gemieden werden und polieren somit ihr Image auf.

http://marketonmain.co.za

Der Eingang zum "Arts on Main"

Der Eingang zum „Arts on Main“

Leckeres Bier...

Leckeres Bier…

...und leckeres Essen

…und leckeres Essen

Am Donnerstag hat Vera mit einigen anderen deutschen Mädels ebenfalls einen abendlichen Ausflug in die Innenstadt geplant. Ziel war einer der Märkte. Allerdings hatten sich die Besucher an dem Abend trotz Livemusik recht früh auf den Heimweg gemacht, so dass nicht viel los war. Stattdessen sind sie in Maboneng in der Bar „Pata Pata“ gelandet. Ein sehr schöner Abend.

http://www.1fox.co.za

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First Impressions: Johannesburg

Diesen interessanten Blogeintrag über die ersten Johannesburg-Eindrücke eines Amerikaners möchten wir euch nicht vorenthalten. Auch hier sieht man wieder, wie positiv die Stadt wahrgenommen wird, wenn man sich auf sie einlässt. Allerdings wären wir mit einem nächtlichen Besuch in Alexandra eher vorsichtig 😉

M I S T E R L E V I U S

An American traveler’s first 48 hours in Jozi, South Africa

IMG_0968

Instagram: @misterlevius

Note to self: Next time, avoid visiting Johannesburg during the Christmas/New Year’s season if you’re looking for the usual summertime bustle.  The city, I’ve been told, goes near empty at this time as Jozi dwellers flock to idyllic coastal towns such as Cape Town and Durban for their holiday.  Duly noted.

Pre-Arrival

It’s a shame that rumors- outdated ones, especially- have such power to damage reputations. I didn’t need to experience Joburg to understand it’s one of the world’s most misunderstood destinations. First-time tourists to South Africa flock to Cape Town en masse, as it’s more beautiful and world-renowned. But many are still stuck on hearsay back from 1998 that JoBurg is a run-down, crime-ridden city that should be a no-go zone for travelers. Not many are aware of (and others don’t care to share) the tremendous progress that’s…

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Johannesburg – ein „No Go“ oder eine spannende Stadt?

Als wir uns entschieden haben nach Johannesburg zu gehen und darüber mit Freunden und Familie gesprochen haben, hatten wir nicht selten das Gefühl, dass wir unsere Entscheidung „verteidigen“ mussten. Den meistens fällt zu Johannesburg als erstes die hohe Kriminalitätsrate ein. Natürlich war auch uns die ganze Zeit bewusst, dass dadurch das Leben hier anders abläuft als in Deutschland, aber schlechter ist es deshalb lange nicht. Im Gegenteil, wenn man sich an die Regeln hält und an die Sicherheitsvorkehrungen gewöhnt hat, fühlt man sich hier genauso wohl und frei.

Johannesburg hat einiges zu bieten und wir freuen uns schon darauf vielen von Euch die Stadt zu zeigen und auch selbst weitere Dinge zu entdecken. Im Vorfeld wollen wir aber zwei Artikel mit Euch teilen.

http://www.welt.de/reise/Fern/article135703573/No-Go-war-gestern-Auf-nach-Johannesburg.html

Bei Gerald kann man auch Stadtführungen buchen. Wir werden demnächst die Soweto-Tour ausprobieren und sind schon sehr gespannt.

http://www.joburgplaces.com/tours/index.htm

Außerdem wurde Johannesburg im Ranking der meist-inspirierenden Städte auf Platz zwei gewählt. Laut dem Magazin ist eine Stadt dann besonders inspirierend, wenn sie sich als Drehscheibe für Fortschritt auszeichnet, sich um seine Bürger kümmert, über ein vibrierendes Strassenleben und eine gute Work-Life-Balance im Einklang mit der Natur verfügt, sich auch in Krisenzeiten weiterentwickelt und eine hohe Diversity und Konnektivität aufweist. Nur Hong Kong schneidet besser ab. Hier der Link zum Weiterlesen:

http://businesstech.co.za/news/general/73960/joburg-scores-in-global-inspirational-city-index/

Außerdem ist Johannesburg die grünste Stadt, die wir je gesehen haben. Nicht umsonst heißt es, Johannesburg sei der größte von Menschenhand angelegte Park der Welt. Eine Besichtigung lohnt sich also 😉

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Load Shedding: Wie Johannesburg für Romantik sorgt…

Stromausfälle in Deutschland sind zum Glück extrem selten und dauern meist nur wenige Minuten. Die Stromerzeuger sind dabei normalerweise nicht schuld und Strom ist eigentlich zu jeder Zeit verfügbar.

Anders ist das in Johannesburg. Die Stromkapazität ist am Limit und die Erzeuger können nicht genug produzieren. Verschlimmert wird die Situation durch technische Probleme an dem einem oder anderen Kohlekraftwerk. Seit einigen wenigen Wochen wird daher zunehmend Strom geplant und kontrolliert abgeschaltet (das sogenannte Load Shedding), um einen grossen Stromausfall zu verhindern. Ein grossräumiger Stromausfall könnte unter anderem dazu führen, dass es bis zu eine Woche dauert bis das Netz wieder stabil ist. Das wäre für die Wohlsituierten lediglich ein Sicherheitsrisiko, denn wir können uns Essen gehen leisten, können auch mal ein paar Tage ohne Kühlschrank auskommen und der Rasen kann auch mal eine Woche nicht gemäht werden. Was dies aber in einigen ärmeren Gebieten bedeutet, kann man sich nur vorstellen, von Hygieneproblemen mal ganz zu schweigen.

Also nimmt man das ganze hin und deckt sich mit Kerzen, Öllampen, Batterien und co ein und verbringt lauschige Abende bei Rotwein und Kerzenlicht. Der Braai wird natürlich auch als Kochstelle eingesetzt. Wahrscheinlich ist Grillen daher hier so populär! 😄

Wir hatten nun zwei Abende hintereinander für einige Stunden keinen Strom und das wird in den nächsten Tagen auch so weitergehen.

Das Load Shedding wird hier von City Power Johannesburg in 3 Stufen eingeteilt, je nach Kapazitätsengpass. Stufe 1 bedeutet wenige Ausfälle, Stufe 3 entsprechend viele.

Einen typischen Load Shedding Zeitplan der Stufe 3 für unseren Bezirk könnt ihr euch hier ansehen:

IMG_0037-1.PNG

In Alexandra, einem der grössten Townships hier, sieht es etwas schlechter aus:

IMG_0038-0.PNG